Schwertfisch in der Papierhülle

Schwertfisch in der Papierhülle

Wenn man nur gelegentlich Rezepte mit Fisch – Krustentiere, Schalentiere und Weichtiere seien hier, auch wenn sie in der Regel unter Wasser vorkommen, explizit ausgenommen – macht, dann aber solchen bevorzugt, der nicht in flacher Gestalt auf dem Boden herumgründelt oder mehr aus Gräten als aus sonst irgendetwas besteht, sondern festes Fleisch und feinen Geschmack hat, kommt man regelmäßig in die Verlegenheit, dass das Rezept, an dem man sich versucht, zwar sicher ganz fabelhaft sein müsse, der Fisch aber irgendwie trotzdem nichts geworden ist. Wobei: etwas geworden ist er bei mir in der Regel schon, allerdings besteht dieses Etwas meistens in einer gewissen, zähen Kompaktheit. Kurzum: Der Fisch ist zwar essbar, aber Spaß macht das nicht, weil man ewig auf ihm herumkaut und er auch kaum noch schmeckt. Das hätte man also auch bleibenlassen können. Oder doch nicht? Weiterlesen

T-Bone vom Grill: Richtige Prioritäten.

T-Bone

Gutes Fleisch, ungeeignter Grill. Immer noch besser als andersherum.

Ich grille ja eigentlich höchst selten, denn in einer Stadtwohnung geht das einfach nicht so gut. Also bleiben mir dafür nur Ausflüge aufs Land, wo man mehr Platz und weniger Nachbarn hat. Der Nachteil an der Sache ist: Meist ist dort dann das Fleisch nicht ganz so wunderbar (denn wo die Nachfrage an erstklassiger Qualität aufgrund geringerer Bevölkerungsdichte niedriger ist, dort verhält es sich logischerweise auch mit dem Angebot entsprechend – freilich: man muss seine Quellen kennen), und auch die Grillausrüstung lässt dann manchmal ein wenig zu wünschen übrig. Da der Ausflug aufs Land aber diesmal eher überraschend kam, und das Fleisch bereits erworben war (es wäre sonst im Backofen gelandet), war zumindest die Fleischqualität kein Problem mehr. Tatsächlich war dieses T-Bone (etwa ein Pfund schwer, stark marmoriert, gut 3 cm dick) so gut, dass es ihm sogar mühelos gelang, die Unzulänglichkeiten eines sehr improvisierten Grills auszugleichen. Was ich damit sagen will: Man spare niemals an der Fleischqualität – aus hervorragendem Fleisch lässt sich auch mit der schlechtesten Ausrüstung noch ein gutes Essen machen. Umgekehrt wird man aber auch mit der besten Ausrüstung aus mittelmäßigem oder gar schlechtem Fleisch (oh ja, diese in Folie verpackten Stücke vom Schweinenacken und andere billige Teile, an denen grüne oder orange Marinade nicht nur manche vielleicht schon ein wenig violett schimmernde Stelle verdecken soll, sondern auch dem Geschmack eine gewisse frische Schärfe verleiht, hinter der sich jeder noch so stechende Fehlton wunderbar verstecken kann, um erst nach einigen Stunden in Form heftigen Sodbrennens wieder hervor- und manchmal auch zusammen mit dem Nudelsalat wieder ans Tageslicht zu treten) niemals gutes Essen machen. Die Prioritäten dürften also klar sein: Das beste Fleisch oder gar kein Fleisch. Der Rest findet sich immer irgendwie. Und ja: Wenn man sich sonst nicht zu helfen weiß, ist der Preis immer ein guter Indikator.

Flaschenkühler aus Ton

Weinkühler aus Ton

Leute, die sich auskennen, erzählen mir sehr regelmäßig, dass man im Sommer und bei großer Hitze besser nichts Eisgekühltes trinken soll, oder besser noch lauwarmen Tee. Das würde man in irgendwelchen Weltgegenden, wo es noch sehr viel heißer sei als im sommerlichen Hitzegraben des oberen Rheins, schon immer so machen, und davon könne man doch lernen. Aber seien wir ehrlich: Gibt es etwas angenehmeres, als ein kühles Glas Wasser an heißen Nachmittag, oder ein gekühltes Glas Weißwein zu einem leichten Abendessen? Dabei ist es ja bekanntermaßen nicht besonders schwer, das Getränk kühl zu bekommen: Man stellt die Flasche einfach für ein paar Stunden in den Kühlschrank. So weit, so gut. Interessant wird es aber nun, wenn man sich die Flasche aus dem Kühlschrank herausholt und an den Schreibtisch (Wasser) oder auf den Esstisch (Wein) stellt. Sicher, man könnte jetzt eine dieser Kühlmanschetten verwenden, die man im Eisfach hat. Oder einen Kübel mit Eis. Beide haben allerdings einen erheblich Nachteil: Sie kühlen für eine halbe oder eine ganze Stunde ganz ordentlich, aber dann ist ihre Wirkung auch schon wieder vorbei. Außerdem hat man bei Eiskübeln meist nach kurzer Zeit nicht nur einen Eissee im Kübel, sondern auch auf, neben und unter dem Tisch. Weiterlesen