Angedörrtes Quitten-Kürbis-Zweierlei.

Angedörrtes Quitten-Kürbis-ZweierleiAls ich vor einer Weile etwas über Quitten im Allgemeinen und sogar im Besonderen schrieb, war auch davon die Rede, dass diese herrlichen, gar nicht so kleinen Früchten ja gar nicht so leicht zu bekommen seien. Aber freilich: wer die Augen aufmacht, sieht auch mehr. Und so bin ich in den letzten Tagen gleich an zwei Bezugsquellen für Quitten geraten: einen von mir durchaus regelmäßig frequentierten Bioladen, und einen von mir vermutlich bald sehr regelmäßig frequentiert werdenden, neu eröffneten und bemerkenswert wohlsortierten Supermarkt. Da sich nun also Quitten im Überfluss einstellen: was stellt man denn damit an? Man könnte sie natürlich einfach immer ohne alles ein wenig im Ofen backen. Was ja auch ziemlich gut schmeckt. Aber wenn ich es so machen wollte, würde ich die solchermaßen zubereiteten Quitten vermutlich allein schon aufgrund der wunderbaren Einfachheit dieser Methode jede Woche essen. Was wiederum ja auch nicht allzu schlecht wäre, wenn dadurch nicht zwangsläufig andere herbstliche Favoriten zu kurz kämen. Namentlich: Der Kürbis. Was läge somit also näher, beide zusammenzubringen? Und daraus entstünde dann ein angedörrtes Quitten-Kürbis-Zweierlei. Weiterlesen

Gulasch à la Westphalie: Westfälischer Pfefferpotthast.

Westfälischer PfefferpotthastWenn man gastronomisch im unendlichen und unerschöpfbaren Universum der oberdeutschsprachigen (eigentlich: der bairischsprachigen – aber Franken gehört da unbedingt mit hinein: oh Bratwurst- und Silvanerland!) Welt aufgewachsen ist, in der es mehr oder weniger an jeder Ecke und in jedem Dorf mindestens eine halbwegs anständige Küche und einen mehr als gut gefüllten Bierkeller gibt, und wo der sonntägliche Frühschoppen eigens dazu erfunden wurde, die Bedeutung der Eucharistiefeier noch durch ein weltlich-gegenreformatorisches Element zu unterstreichen, dann hat man zweifellos schon eine ganze Weile in paradiesischen Umständen verbracht. Und vor allem: Man glaubt dann eigentlich kaum noch, dass auch außerhalb dieses Bereichs überhaupt regelmäßig anständiges Essen zu bekommen ist. Ein Vorurteil übrigens, das sich, zumindest, was mich betrifft, durchaus bestätigt hat. Gut gegessen wird in katholischen Gegenden. Und dort, wo es Wein gibt, keinesfalls aber auch nur ansatzweise nördlich des letztgenannten Kriteriums.Und dennoch: Manchmal, recht selten leider nur, landet man dann an Orten, an denen man mit großer Überraschung feststellt, dass man doch ein wenig zu vorsichtig war. Und dass da gelegentlich noch die eine oder andere interessante Sache auftaucht. In diesem Fall war es Münster (was mich in der Nachschau wenig überrascht: auch dort trug man lange genug blau und weiß und lebte wie im Paradeis…). Genauer: Das fabelhafte Restaurant Stuhlmacher am Prinzipalmarkt, wo mir die weißbeschürzten Kellnerinnen mit ruraler Herzlichkeit eines der interessantesten Gerichte auftrugen, das man bekommen kann, wenn man nicht so sehr für’s allzu Leichte zu haben ist: Den westfälischen Pfefferpotthast. Weiterlesen

Crème Brûlée mit Quitten: Quitten-Crème Brûlée.

Quitten Crème BrûléeQuitten-Crème Brûlée wirkt ja begrifflich fast ein wenig so wie Erdbeer-Tiramisù. Und damit wäre, wenn man nicht gerade ein ausgesprochener Freund von zweitklassigen Hausfrauenrezepten in zweitklassigen Hausfrauenzeitschriften ist, eigentlich schon alles gesagt. Man bräuchte nie wieder darüber zu sprechen. Und man bräuchte es auch nicht zu essen. Aber: Selbstverständlich steht die Crème Brûlee im Rang ganz deutlich über dem Tiramisù. Und selbstverständlich ist aus der Perspektive desjenigen, der das Rare schätzt und dem Süßen vor allem dann etwas abgewinnt, wenn es mit feinsten Bitternoten durchsetzt ist, die Quitte unbedingt die interessantere Frucht: Seltener, malerischer, vielschichtiger und vor allem vielseitiger einzusetzen. Und natürlich auch deutlich weniger unkompliziert. Das weiß man spätestens dann, wenn man zunächst versucht hat, in eine rohe Quitte zu beißen, weil man sie so hübsch und wohlriechend fand. Weiterlesen