Geschmorter Fasan. Kastanien. Steinpilze.

FasanFasane gehören ja eher zu den seltenen Vögeln. Zumindest dann, wenn man in einigermaßen urbanem Umfeld lebt, statt endlose Weiden und Waldränder direkt hinter dem Haus zu haben. Und vor allem, wenn man sie sich – mangels Jagdschein, Flinte und Revier – auch nicht selbst vom Feld über die Küche auf den Tisch bringen kann. Aber immerhin: Man kann sie ja noch selbst zubereiten. Sofern? Ja, sofern man natürlich ein Exemplar fängt, das sich nicht nur als mindestens essbar erweist, sondern auch noch dem Ruf gerecht wird, den der Fasan mit anderem Wildgeflügel im Besonderen, mit Wild aber ganz grundsätzlich und im Allgemeinen teilt: Feines, herrlich mürbes Fleisch, ein eher herber, kräftiger Geschmack, und natürlich eine wunderbare Basis für die schwersten Saucen, die kräftigsten Beilagen und die reifsten Weine. Wobei wir hier natürlich nicht ganz so weit gehen wollen. Und stattdessen einen harmlosen, eher simplen Fasan auf den Tisch bringen. Mit Kastanien. Und mit Steinpilzrahm. So schön. Weiterlesen

Zweiter Advent: Gefüllter Fasan.

Gefüllter Fasan

Gefüllter Fasan: Fertig gebraten und mit Speckverdeck. Bereit zum Tranchieren.

Bei diesem gefüllten Fasan handelt es sich eigentlich um einen ganz klassischen Weihnachtsbraten. Und eigentlich auch wieder nicht, denn der Protestant isst zu Weihnachten, habe ich mir sagen lassen, ja eher Gänsebraten. Der Katholik dagegen hat die Gans meist schon zu Sankt Martin aufgegessen, weshalb er zu Weihnachten nur noch Bratwurst mit Sauerkraut übrig hat. Ich muss gestehen: Ganz grundsätzlich könnte ich der Gans durchaus etwas abgewinnen. Und das liegt nicht daran, dass ich viele, viele Weihnachtsabende mit Bratwurst und Sauerkraut verbracht habe, bis es mir gelang, einen gewissen Einfluss auf das Heiligabendmenü zu nehmen, sondern eher an meiner grundsätzlich Vorliebe für gebratene Vögel. Warum also nun den Fasan als Weihnachtsbraten? Erstens hatte ich gerade einen zur Hand (und werde einen zweiten für Heilig Abend zur Hand haben. Und Pizza, falls es schief geht), zweitens ist er deutlich kleiner als eine Gans und daher auch für kleinere Runden sehr gut geeignet, drittens kann man ihn mit den herrlichsten Füllungen versehen, viertens passt er problemlos in den Ofen (was man nicht von jeder Gans und schon gar nicht vom durchschnittlichen Truthahn sagen kann) und fünftens mag ich ihn ziemlich gerne. Weiterlesen