Spanferkelrücken mit Honigkruste

Gebratener Spanferkelrücken mit Eukalyptus-Honig-Kruste an geschmortem Tomaten-Champignon-Oliven-Potpourri

Oft unterscheidet sich das, was man gerne essen möchte, ganz erheblich von dem, was man tatsächlich isst. Und das ist natürlich, aus dem Kontext herausgerissen (oder vielmehr: außerhalb jeglichen Kontextes geäußert), eine ziemlich dämliche Plattheit. Was ich damit sagen will: Eigentlich hatte ich gar nicht vor, Spanferkelrücken mit Honigkruste zu essen, sondern etwas anderes, eigentlich sogar irgendetwas anderes, das sich vielleicht diffus irgendwo zwischen kaltem Braten und geräucherter Makrele verorten ließe. Aber – und das ist von ungeheurer Bedeutung, wenn man mit guten Zutaten kochen möchte – in der Regel bestimmt man mit seiner individuellen Nachfrage nicht das Angebot des Markts, sondern muss sich vielmehr nach ebendiesem Angebot richten. Und genau dieses Angebot bestand in dieser Woche aus Spanferkelrücken, von dem ich zunächst noch Abstand genommen hatte, als der Metzger ihn in Scheiben anbot, denn damit kann man nur auf einem Holzkohlegrill etwas anfangen. Und so einen habe ich leider nicht. Aber dann gab es ihn auch am Stück, und natürlich schlug ich zu, denn erstens ist Spanferkelrücken am Stück (von Schwäbisch-Hallischen Landschwein noch dazu!) gar nicht so leicht zu bekommen, und zweitens mag ich ihn unglaublich gerne. Weiterlesen

Lauwarme Avocadoschiffchen mit angeschmorten Datteltomaten

Lauwarme Avocadoschiffchen mit angeschmorten Datteltomaten

Der Name dieses kleinen Rezepts klingt zugegebenermaßen deutlich ambitionierter, als es die Zubereitung tatsächlich ist. Letztlich handelt es sich bei den lauwarmen Avocadoschiffchen mit angeschmorten Datteltomaten nämlich lediglich um eine kleine, aber einigermaßen feine Beilage, die sich an warmen (nicht allzu heißen!) Tagen ganz gut mit Gerichten verträgt, die ebenfalls nicht wirklich der ganz leichten Küche angehören. Weiterlesen

Stachelbeersaft

Stachelbeersaft

Mit dem typischen, sonntagnachmittäglichen Kaffee und Kuchen konnte man mich lange Jahre jagen, denn Kaffee und Kuchen war bei uns nicht nur am Sonntag Nachmittag zu haben, sondern, da wir im Haus der Großeltern wohnten, der Kreis der Verwandten unüberschaubar ist, und die Großmutter immer noch eine Gastgeberin von beeindruckenden, ja geradezu beängstigenden Fähigkeiten ist, beinahe jeden Tag. Und natürlich gab es immer eine ungeheure Auswahl an Kuchen und Torten, deren Prestige, das sie auch der nachmittäglichen Kaffeetafel verleihen sollten, umso höher war, je mehr sie aus Buttercreme, Sahne, Schokoladen- und Zuckerglasur, kandierten Früchten und weiteren Dingen dieser Art bestand. Und nicht zu vergessen natürlich die Fluten nicht zu starken Filterkaffees, der für mich in meinen einstelligen Lebensjahren durch Apfel- oder Traubensaft der süßesten Sorte ersetzt wurde, und später immerhin durch eine Tasse Tee. Weiterlesen

Schwertfisch in der Papierhülle

Schwertfisch in der Papierhülle

Wenn man nur gelegentlich Rezepte mit Fisch – Krustentiere, Schalentiere und Weichtiere seien hier, auch wenn sie in der Regel unter Wasser vorkommen, explizit ausgenommen – macht, dann aber solchen bevorzugt, der nicht in flacher Gestalt auf dem Boden herumgründelt oder mehr aus Gräten als aus sonst irgendetwas besteht, sondern festes Fleisch und feinen Geschmack hat, kommt man regelmäßig in die Verlegenheit, dass das Rezept, an dem man sich versucht, zwar sicher ganz fabelhaft sein müsse, der Fisch aber irgendwie trotzdem nichts geworden ist. Wobei: etwas geworden ist er bei mir in der Regel schon, allerdings besteht dieses Etwas meistens in einer gewissen, zähen Kompaktheit. Kurzum: Der Fisch ist zwar essbar, aber Spaß macht das nicht, weil man ewig auf ihm herumkaut und er auch kaum noch schmeckt. Das hätte man also auch bleibenlassen können. Oder doch nicht? Weiterlesen